Unternehmenskrisen, Insolvenz und Restart

Unternehmenskrisen

Unternehmen bekommen zu spüren, wenn sie einen falschen Weg eingeschlagen haben (Strategiekrise), wenn sie zu wenig verdienen (Erfolgskrise) und irgendwann das verfügbare Geld knapp wird (Liquiditätskrise). In eine letztendlich bedrohliche Liquiditätskrise geraten die meisten Unternehmen erst nach einer ganzen Weile. Sie kann aber auch, wie die Corona-Pandemie gezeigt hat, von heute auf morgen eintreten.

Insolvenz anmelden?

Es gibt Unternehmen, die verpflichtet sind, beim zuständigen Insolvenzgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahren zu stellen, wenn sie ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können. Dies betrifft z. B. GmbH, UG (haftungsbeschränkt), AG oder Partnerschaftsgesellschaften.

Solo-Selbstständige müssen keinen Insolvenzantrag stellen. Sie können aber, wenn sie wollen, wenn sie sich davon versprechen, ihre Schulden besser in den Griff zu bekommen. Dasselbe gilt auch für Einzelunternehmer oder Gesellschafter einer Personengesellschaft, die persönlich für entstandene Verbindlichkeiten haften. Das kommt für sie auch dann in Betracht, wenn sie schon nicht mehr in den jeweiligen Unternehmen aktiv sind.

Aktueller Hinweis: Einen Antrag auf Insolvenz müssen ggf. auch die Unternehmen stellen, die noch auf das Corona-Überbrückungsgeld warten.

Beratung

Nicht warten, bis das Geld ausgeht und die Bank keinen Kredit mehr gibt: Je früher eine Beratung in Anspruch genommen wird, desto eher kann eine Insolvenz verhindert und eine erfolgreiche Sanierung möglich werden.

Industrie- und Handelskammer zu Berlin
Tel.: 030 31510-0
E-Mail: service@berlin.ihk.de
Internet:www.ihk-berlin.de

Handwerkskammer
Beratungsgespräch „unter vier Augen“
Tel.: 030 25903-467
E-Mail: betriebsberatung@hwk-berlin.de
Internet:www.hwk-berlin.de

Förderung

Förderung unternehmerischen Know-hows
Im Rahmen des Förderprogrammes "Förderung unternehmerischen Know-hows" des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) können Unternehmen in Schwierigkeiten einen Zuschuss von 90 Prozent zu Beratungsleistungen erhalten.
Weitere Informationen: www.bafa.de

Liquiditätssicherung bei akutem Finanzierungsbedarf
Wird aufgrund von Forderungsausfällen, vorübergehenden Umsatzeinbrüchen oder einer Auftragsvorfinanzierung eine Liquiditätshilfe benötigt? Mit den "Liquiditätshilfen BERLIN" richtet sich die Investitionsbank Berlin (IBB) an etablierte Unternehmen mit Liquiditätsengpässen.
Weitere Informationen: www.ibb.de

Corona: Hilfen für Unternehmen und Selbstständige in Berlin
Das Land Berlin bietet vielfältige finanzielle Unterstützung für Unternehmen und Selbstständige, die von der Corona-Pandemie und den beschlossenen Gegen-Maßnahmen betroffen sind. Dabei geht es vor allem darum, die Liquidität sicherzustellen sowie Existenzen und Arbeitsplätze zu schützen.
Weitere Informationen: www.berlin.de

Restart

Wenn eine Geschäftsidee nicht funktioniert hat oder sogar eine Insolvenz fällig war, bedeutet das nicht, dass man seine Träume von der Selbstständigkeit ein für allemal begraben muss. Etwa jede zehnte Gründerin bzw. jeder zehnte Gründer startet zum zweiten Mal (oder sogar noch häufiger). Dafür gibt es gute Gründe (außer einem guten Businessplan): Aus Fehlern wird man klug. Allerdings muss der Neustart gut vorbereitet sein.