Soziale Unternehmen

Neben den angelsächsischen Ländern hat sich auch in Deutschland und speziell besonders in Berlin eine neue Form der Selbstständigkeit etabliert: Die des „Social Entrepreneurs“. Soziale Unternehmen bieten Produkte oder Dienstleistungen zur Lösung gesellschaftlicher Fragestellungen und Probleme an mit dem Ziel, dadurch einen nachhaltigen Beitrag zum gesamtgesellschaftlichen Wohlstand und Fortschritt zu leisten. Das Spektrum dieses Engagements ist dabei sehr heterogen.

Rechtsformen für Sozialunternehmen

Welche Rechtsform ein Sozialunternehmen erhalten sollte, hängt vor allem von drei Fragen ab: Soll das Unternehmen Gewinne erwirtschaften oder nicht? Soll es gemeinnützig sein oder nicht? Soll es sowohl Gewinne erwirtschaften als auch gemeinnützig sein? Es gibt Rechtsformen für jeden der genannten Zwecke die passende Rechtsform. Welche Rechtsformen für den jeweiligen Zweck die richtige ist, ist im Einzelfall zu klären. Ansprechpartner dafür sind je nachdem Rechtsanwalt, Steuerberater oder Notar. Eine erste Übersicht bietet der Rechtsformfinder der IHK.

Finanzierung

Spenden: Jeder darf Spenden annehmen. Aus steuerlichen Gründen empfiehlt sich für Sozialunternehmen, die Spenden erhalten möchten, eine gemeinnützige Rechtform (Verein, gGmbH). Nur wenn die Empfänger gemeinnützig sind, können sie steuerlich absetzbare Spendenquittungen ausstellen (Kurzleitfaden Spenden/Spendenrecht).

Stiftungen: Es gibt einige Stiftungen, die Sozialunternehmen unterstützen.

Unternehmen: Viele Unternehmen fördern Sozialunternehmen im Rahmen ihrer Corporate-Social-Responsibility-Aktivitäten.

Banken: Auch soziale Unternehmen können einen Kredit beantragen. Um diesen auch wieder zurückzahlen zu können, müssen die Möglichkeiten zur Gewinnerzielung i.d.R. in einem Businessplan dargestellt werden.

Leih-Schenkgemeinschaften: Um Sozialunternehmen zu unterstützen, können sich Leih-Schenkgemeinschaften zusammenfinden.

Crowdfunding: Unter „Crowdfunding“ versteht man das Einsammeln von kleineren Finanzierungsbeiträgen über spezielle Crowdfunding-Plattformen im Internet. Soziale, kulturelle, künstlerische oder ökologische Projekte lassen sich vor allem durch Reward-Based Crowdfunding finanzieren. Einen Überblick über Berliner Projekte auf verschiedenen Crowdfunding Plattformen bietet die Seite Crowdfunding-Berlin.

Förderung

Die Wirtschaftsförderprogramme der IBB stehen seit Oktober 2018 auch Unternehmen der „Sozialen Ökonomie“ zur Verfügung. Bisher waren diese Unternehmen, die sich primär sozialen Zielsetzungen widmen und deshalb oft von der Gewerbesteuer befreit sind, von den IBB-Förderprogrammen ausgeschlossen. Sozialunternehmen, deren Geschäftstätigkeit im Wesentlichen auf innovativen Ansätzen und die Erzielung von Markteinkommen im Wettbewerb mit anderen Anbietern ausgerichtet ist (Social Entrepreneurs), sind künftig uneingeschränkt förderfähig. Unternehmen, deren Geschäftsmodell jedoch wesentlich auf staatlichen Leistungen oder Zahlungen der Sozialversicherungsträger beruht, unterliegen weiterhin Beschränkungen. Umfassende Informationen zu verschiedenen Wirtschaftsförderprogrammen im Land Berlin und bundesweite Angebote, bietet die Förderfibel.